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Genarbtes braunes Leder in einer Nahaufnahme

Wie entsteht die Ledernarbung?

Glatt, grob, seidig, rau: Wie ein Leder aussieht und sich anfühlt, wird maßgeblich durch die Ledernarbung beeinflusst. Doch wie entstehen die unterschiedlichen Oberflächen des Leders und was steckt hinter dem Wort "Ledernarbung"? 

Grob gesagt, bezeichnet der Begriff "Narbung" die Zeichnung, die die Oberfläche des Leders aufweist. Diese unterscheidet sich durch die Farbe, Dicke und Struktur. Die Narbenseite ist die sogenannte Haarseite der ursprünglichen Tierhaut. Also die Seite, auf der das Fell des Tieres gewachsen war. Somit ist eigentlich jedes Leder von Natur aus genarbt. Die Ledernarbung kann jedoch auch durch mechanische Verarbeitung verändert werden.

Jede Lederart weist ein einzigartiges, charakteristisches Narbenbild auf. Die natürliche Narbung entsteht durch die ursprüngliche Oberflächenbeschaffenheit des Leders. Durch Prägung und Färbung kann das Narbenbild des Leders verändert werden und auch Spaltleder kann durch Oberflächenbearbeitung eine Narbung erhalten. Hier wird eine sehr dünne Folie mit Narbenoptik aufgetragen.

Genarbtes schwarzes Leder

WIE ENTSTEHT DIE LEDERNARBUNG?

Das natürliche Narbenbild unterscheidet sich je nach Herkunft des Leders. Es spielt also eine wesentliche Rolle, ob das Leder von einem Rind, Büffel, Schaf oder einem anderen Tier stammt. Jede Tierart hat eine charakteristische Hautstruktur, die sich auf die Narbung des Leders auswirkt. Doch nicht nur die Tierart bestimmt das Aussehen und die Haptik des genarbten Leders. Auch Klima, Lebensart, Lebensalter und Verletzungen des Tieres haben Einfluss darauf, wie sich die Haut entwickelt und wie das spätere Narbenbild des Leders aussehen wird.

Das Narbenbild wird außerdem in hohem Maße von der Dicke der Haut bestimmt. Dünneres Leder zeigt oftmals eine feinere Narbung, während dickes Leder eine gröbere Struktur aufweist.

Um aus Haut Leder werden zu lassen, durchläuft diese mehrere Stationen in der Gerberei, der sogenannten Gerbung. Auch diese bestimmen mit, wie das Leder am Ende aussehen wird.

DIE DREI STATIONEN EINER GERBEREI

Die Wasserwerkstatt
Hier wird die Tierhaut von Haaren, Kot, Fleischresten und so weiter befreit.

Die Gerberei
Dies ist der wesentliche Schritt der Lederherstellung, der aus organisch verderblicher Rohhaut Leder werden lässt.

Die Zurichtung
Hier wird das Leder gefärbt und gemillt. Während des Millings ist das Leder in einer Art großer Trockner. Wird das Leder kurze Zeit gemillt, wird es weicher und behält das Original Narbenbild, wird das Leder länger gemillt, wird das Narbenbild gröber. Dennoch bleibt die Ledernarbung naturbelassen. Das heißt, die Narbung ist in der Rückenpartie gleichmäßig fein und zur Bauchseite hin gröber. Um ein einheitliches Narbenbild zu erreichen, kann das Narbenbild auch aufgeprägt werden.

garnarbtes Leder in verschiedenen Farben

DIE NATÜRLICHE LEDERNARBUNG

Bleibt das Narbenbild des Leders weitestgehend naturbelassen, wird von einer natürlichen Ledernarbung gesprochen. Kleine Unregelmäßigkeiten, die zum Beispiel durch die unterschiedlichen Hautregionen, aber auch durch Verletzungen entstehen können, geben dem Echtleder ein einzigartiges Aussehen. In der Rückenpartie der Haut ist das Leder oft feinnarbig und zur Bauchseite hin wird es grobnarbiger. Das Naturprodukt Leder macht so jedes Produkt zu einem Unikat. Unvollkommenheiten sind nicht nur geduldet. Ein unregelmäßiges Narbenbild zeigt deutlich, dass es sich um hochwertiges naturbelassenes Echtleder handelt. So zeichnen sich beispielsweise geheilte Wunden, Mückenstiche und Falten auf der Haut des Tieres ab und geben dem Echtleder einen besonderen Charakter.

EIN NEUES NARBENBILD

Um ein sehr einheitliches Narbenbild ohne Unregelmäßigkeiten zu erreichen, kann die Oberfläche des Leders über die gesamte Fläche geprägt werden. Auf diese Weise kann beispielsweise Rindleder die typische Optik von Reptilleder erhalten. Das Ergebnis ist die allseits bekannte Kroko- oder Schlangenprägung. Hier wird die natürliche Ledernarbung durch Hitze und Druck überprägt.